Die Digitalkameras können den Tonwertumfang, den das menschliche Auge erfassen kann, nicht abbilden. Je nach Belichtung „verschwinden“ Tiefen oder Lichter. Mit den modernen HDR Tools sind uns Werkzeuge in die Hand gegeben, mit denen wir dies zwar nicht ändern können, die es jedoch erlauben aus RAW Bildern verloren geglaubte Informationen herauszuholen. Speziell bei Bildern mit Nebel, wird dieser dann jedoch in der Erkennbarkeit deutlich abgeschwächt.

Wirkung des HDR Werkzeuges Spitzlicht auf den Nebel

Bild wie aufgenommen, Spitzlicht 0

Bild wie aufgenommen, Spitzlicht 0

(Überbelichtung im Himmel, oben rechts)

Spitzlicht 100

Spitzlicht 100

Der Regler Spitzlicht lässt den starken Nebel – bei diesem Beispiel nur leicht – „verschwinden“

Der Einsatz des HDR Tools ist in dem Bild jedoch notwendig, da sonst der Himmel – bedingt durch die Morgensonne – total überbelichtet ist. Spitzlichter sind rein weiße Flächen im Bild, ohne Zeichnung.

Die Bearbeitung mit Ebenen und lokalen Anpassungen löst das Problem.

Nebel verstärkt

Nebel verstärkt

Aktionen:

  • Mit dem Regler Spitzlicht die Überbelichtung soweit reduziert, dass die Belichtungswarnung verlischt
  • Eine Maske über den Nebelbereich gelegt und die Helligkeit erhöht, der Nebel erscheint wieder stärker
  • Allerdings kann die Helligkeitserhöhung nur moderat ausfallen, da sonst der Übergang zum dunklen Wald „ausfranst“, (der weiche Rand im Werkzeug ist nicht „weich“ genug)

 

Ein zweites Beispiel:

1. Das Bild – out of cam

Bruchgebiet - out of cam

24.5.2015, 05:34 Uhr im Gangelter Bruch. Über der Wiese steigt der Nebel auf. Auf der Aufnahme ist der Nebel schon gut zu sehen, der Himmel hat jedoch keinerlei Zeichnung. Dank der RAW Aufnahme lässt sich das Bild verbessern.

 

2. Bild korrigieren

Zunächst habe ich den Regler Spitzlicht nach unten gezogen, so dass der Himmel sichtbar wird. Dies geschieht zwangsläufig auf Kosten der Sichtbarkeit des Nebels.

Im HDR Tool wird Highlight auf 95 gesetzt, jetzt wird eine Wolkenstruktur sichtbar.

Durch beide Maßnahmen ist die Sichtbarkeit des Nebels schwächer geworden. Um den Kontrast zwischen Nebel und Wiese zu verstärken wird über die Wiese eine Verlaufsmaske gezeichnet. Mittels Reduzierung der Belichtung wird die Wiese dunkler. Mit den Regler Klarheit und Struktur erhält der Wiesenbereich deutlich mehr Zeichnung.

Um die Sichtbarkeit des Nebels weiter anzuheben, habe ich eine Zeichenmaske über den Nebelbereich gelegt. Um die Übergänge fließend zu halten, wurde eine weiche Kante für das Werkzeug genutzt. Mit der Anhebung der Helligkeit wird der maskierte Bereich heller. Der Nebel ist wieder deutlich sichtbar.

Abschließend bekommt das ganze Bild eine leichte Vignette, das Auge des Betrachters wird so in die neblige Bildmitte gelenkt.

Bruchgebiet - Optimiert mit Capture One

Alternativ hätte man auch den Nebel so lassen und das Bild über zwei Verlaufsmasken optimieren können. (eine für die Wiese und eine für den Himmel)

Vergleich beider Varianten

Vergleich beider Varianten:

  • der Vordergrund ist doch etwas zu dunkel geraten ?
  • unabhängig von der Bearbeitung stört (mich) die Unschärfe im Vordergrund

 

 

Während der Regler Spitzlicht den Nebel „verschwinden“ lässt, bekommen Wolken mehr Zeichnung.

Variante nur Überbelichtung beseitigt

Variante nur Überbelichtung beseitigt

 

Mittels „Spitzlichtregler“ wurde die Überbelichtung beseitigt. (unten rechts am Horizont) Dadurch bekommen die Wolken mehr Struktur, der Kontrast zum Felsen wird jedoch geringen.

Schatten reduziert

Schatten reduziert

Im Farbmodul von Capture One 10 läßt sich die Helligkeit von Schatten, Mittelton und Spitzlicht einstellen. Hier wurden die Schattenbereiche in der Helligkeit reduziert. Der Kontrast zwischen Wolke und Berg wurde somit angehoben.

 

Tipp: Ganz ausführlich behandelt Renate Lange in Ihrem YouTube Video die Möglichkeiten von C1