Erste Erfahrungen

Für die 479,- Euro bekommt man eine mit modernster Technik vollgepackte, wetterfeste, stoßfeste Kompaktkamera inklusive Trageriemen, Akku, USB Netzteil und USB Kabel (Mikro USB). Eine SD Karte gehört nicht zum Lieferumfang.

Ausgelöst wurde mein Kauf durch die Ankündigung von Olympus die Bildqualität (speziell das Rauschen) verbessert zu haben. Technisch bedingt liegen die Stärken eines 1/2.3 CMOS Sensors nicht bei schlechten Lichtverhältnissen. In der TG – 5 ist nun ein neuer Prozessor verbaut und die Auflösung wurde von 16 auf 12 Mio Pixel reduziert.

Was bringt das in der Praxis?

Mein subjektives Empfinden bestätigt die angekündigten Verbesserungen, auch scheint der AF schneller geworden zu sein.

(Da ich ausschliesslich im RAW Format fotografiere, die Kamera aber von Capture One noch nicht unterstützt wird, habe ich zwangsläufig den Olympus Viewer installiert und bin sehr angenehm überrascht worden. Die Bilder ( Erfahrungen mit TG 4 Aufnahmen) werden auf Anhieb detailreicher und rauschärmer wie im Phase One RAW – Konverter angezeigt, wobei die individuellen Einstellmöglichkeiten in der Olympusoftware weitaus geringer und weniger präzise sind. Die Bearbeitungsgeschwindigkeit lässt jedoch zu wünschen übrig. )

Alle nachfolgenden Beispielbilder wurden als RAW Datei mit unveränderten Grundeinstellungen der Kamera aufgenommen und ohne weitere Bearbeitung als jpg exportiert.
Da kommt Freude auf, knackig scharfe Makros (Freihand aufgenommen, kein Stativ, kein Einstellschlitten – nur die kleine TG 5)

Da die Farben mitunter etwas flau sind, wurde im folgenden Bild die Sättigung um + 1 angehoben:

Auch matte und sehr neutrale Farben bei Landschaftsaufnahmen. (So traurig sah die Landschaft nicht aus):

Mittels Einstellrad lässt sich die Belichtung jedoch schon bei der Aufnahme sehr einfach korrigieren, das Display ist empfindlich genug und zeigt  die Veränderungen an.


(Einstellrad, ganz rechts)

Die Bewältigung großer Kontrastunterschiede ist nicht die Stärke der TG 5. Die Lichter brechen aus, obwohl gegen 18 Uhr eine geschlossene Wolkendecke die Lichteinstrahlung merklich reduziert hatte. Die dunklen Bereiche sind eher etwas überbelichtet:

Kein Gegenlicht, weniger Tonwerte zu bewältigen – alles perfekt:

Fazit: Ja, die Bildqualität ist besser geworden, wobei die Farbwiedergabe, speziell bei großen Tonwertumfängen, zunächst etwas blass ist. Eine moderate Erhöhung der Sättigung halte ich für sinnvoll. Das Rauschen beherrscht die Kamera / Software recht gut. Diese Einschätzung bezieht sich auf max. 800 ISO bei Makroaufnahmen, höhere ISO Werte waren bisher nicht notwendig, da zum Aufhellen ein Blitz und ein LED Licht zur Verfügung stehen. Bei Schmetterlingen kann nach meinen Erfahrungen der Blitz genutzt werden, da keine störenden Reflexionen auftreten. Bei Käfern besser nicht, hier nutze ich den Boden eines Joghurtbechers als Diffusor. Das LED Licht kann direkt (ohne Diffusor) eingesetzt werden.

 

Was hat sich noch an der Kamera gegenüber der TG 4 geändert?

Neben der geänderten Menüführung mit mehr Informationen fallen sofort ein zusätzliches Einstellrad, ein Ein / Aus Schalter für das Speichern der Ortskoordinaten der jeweiligen Aufnahme und eine mechanische Objektivringverriegelung, die ein unbeabsichtigtes Abfallen des Objektivringes verhindert, auf.

Es gibt jede Menge Einstellmöglichkeiten (eine DSLR hat auch nicht mehr), die erst einmal studiert und verstanden werden müssen.

Ein GPS-Empfänger war schon bei der TG – 4 vorhanden. Die Positionsdaten kann die Kamera nun direkt mit in den Fotos speichern. Diese Funktion ist wahlweise zu- und abschaltbar. Das ist sehr praktisch für die Aufbereitung von Fotos nach großen Touren. Welche Auswirkungen das auf den Stromverbrauch / Akkulaufzeit hat, habe ich noch nicht getestet.

Der Fokusbereich ist nun (begrenzt) auswählbar, was neue Möglichkeiten für die Bildkomposition schafft. Diese Einstellmöglichkeit habe ich am Vorgängermodell sehr vermisst.

Mit der TG – 4 konnten RAW Bilder immer nur zusammen mit einer jpg Variante gespeichert werden. Das hat Olympus geändert. Mit dem neuen Modell können auch ausschliesslich RAW’s gespeichert werden.

 

Was kann verbessert werden ?

Der Fokusbereich lässt sich im Mikroskopmodus nicht verändern. Geht man in den A – Modus (Blendenvorwahl), lässt sich der Fokusbereich einstellen und dann auch im Mikroskopmodus nutzen. Das ist etwas umständlich.

 

Fazit

Die Olympus TG – 5 ist eine super Kamera im Hosentaschenformat. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde die Bildqualität auf Kosten der Bildgrösse verbessert. Besonders begeistert bin ich vom Mikroskopmodus der Kamera. Egal ob Regen, am Strand oder im Schnee, die Kamera kann auch dort eingesetzt werden, wo man seine „Gute“ lieber in der Tasche lässt. Die TG 5 ist für mich der ideale Begleiter durch die Natur, speziell wenn das Interesse dem Geschehen am Boden oder Blumen und Gräsern gilt.
Für Landschaftsbilder in „Hochglanzqualität“ ist sie nur bedingt geeignet. Sie „versagt“ bei kritischen Lichtverhältnissen und ersetzt keine Spiegelreflexkamera, doch sie passt in jede Wanderausrüstung und fällt niemals zur Last.