Digitale Fantasien um das Ardvreck Castle

Die Burgruine des Ardvreck Castle am Ufer des Loch Assynt in den schottischen Highlands ist ein sagenumwogender Ort. Der Marquess of Montrose soll noch heute als grau gewanderter Mann umher gehen, die Tochter des Erbauers wandelt ebenfalls in dem alten Gemäuer. Ihr Vater hatte sie dem Teufel versprochen, sie stürzte sich jedoch vom Turm. Wie man auf den Bildern sieht, ist nachts doch etliches los in und um die Ruinen des Ardvreck Castle …..

 

Bildquellen:

  
Das Ardvreck Castle, aufgenommen im Sommer 2014. Wolken über den Tiefenauer Teichen und ein Wolf aus dem Wildpark Gangelt.

 

Ein Detail des Ardvreck Castle, fotografiert im Sommer 2014 und ein festlich gedeckter Frühstückstisch, aufgenommen während unseres Provenceurlaubs 2016.

Bildquellen:

 

 

In den isländischen Volkssagen finden sich zahlreiche Geschichten über das Auferwecken der Toten. Die Leute von Strandir scheinen überragend darin gewesen zu sein, mit Geistern umzugehen und hatten auch das Wissen, Tote aufzuwecken. Einer der berühmtesten isländischen Zauberer besuchte Schottland.

Bildquellen:

  

 

Eine Lampe sorgt für Licht.

Bildquellen:

 

 

digitale Fantasien 

Wirkung von Licht und Schatten

In der Landschafts- und Naturfotografie geht es vor allem darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Nur so entstehen beeindruckende Fotos. Für Reportagen und Berichte sollte die Wirklichkeit abgebildet und nicht künstliche Welten erschaffen werden. Nun ist die Zeit Fotos aufzunehmen natürlich begrenzt und es ist auch nur bedingt möglich ständig an spektakulären Orten zu verweilen. Eine Methode den Bildern einen speziellen Touch zu geben ist die Umsetzung in S/W. Eine stärkere Bildaussage kann dann zusätzlich mit dem Setzen von Licht und Schatten erreicht werden. Der Filter „Ausleuchtung“ von Affinity Photo simuliert Umgebungs-, Punkt-, Richtungs- und Spotlichter.

Abbaye De Silvacane

Abbaye De Silvacane

Neben Lichteffekten sind auch Struktureffekte möglich. Für die RAW Entwicklung und S/W Umwandlung nutzte ich Capture One. Nachdem dann der Beleuchtungsfilter in Affinity Photo angewandt wurde, erfolgt die Endbearbeitung meist wieder mit Capture One. Mitunter erfolgt die S/W Umwandlung als letzter Schritt. Bei den nachstehenden Motiven wurden Bilder genutzt, die bereits schon deutliche Helligkeitsunterschiede aufweisen.

Eine Ausnahme ist das Ziegeldach (17.12.2017), das war eine Aufnahme ohne signifikante Unterschiede in der Helligkeit. Der Lichteffekt wurde durch den Affinity Photo Filter erzeugt. Durch ein anheben der Mitteltöne (in C1)  kann der Lichteffekt verstärkt werden, was jedoch oft ein sehr körniges (kontrastreiches) Bild (siehe Pflasterbereich im Bild mit der Laterne) zur Folge hat. Hier wurden ausschließlich die Farbfilter im S/W Modus benutzt um den Lichteffekt zu intensivieren.

Abbaye De Silvacane, Provence

Die Abtei Abbaye de Silvacane liegt am linken Durance Ufer in der Gemeinde La Roque d’Anthéron im Département Bouches-du-Rhône. Das Zisterzienser-Kloster wurde kurz vor 1145 gegründet. Der Name Silvacane – silva bedeutet „Wald“ und cana „Schilf“.

Abseits des offiziellen Weges in der ehemaligen Heringsfabrik Djúpavík, Island

Die Heringsfabrik in den isländischen Westfjorden war Mitte des 20. Jahrhunderts eine der größten und modernsten in Europa. Nach 1944 wurde der Fischfang merklich geringer, bis er 1950 fast gänzlich versiegte – das war auch das Ende der Fabrik. 2003 wurde in der ehemaligen Heringsfabrik eine kleine Ausstellung eröffnet. Weitaus interessanter ist der nicht zugängliche Teil der Gebäude mit den alten Maschinen.

The night train is coming

Die Bilder wurden im September 2008 bei der Selfkantbahn, der letzten noch erhaltenen schmalspurigen Dampfkleinbahn in Nordrhein-Westfalen, aufgenommen. Der Aufnahmezeitpunkt war der späte Vormittag, anlässlich des Erntedankfestes. Die Bearbeitung zum Nightrain erfolgte im Dezember 2017.

Lichtspiele in den Mühlen des Selfkants
Landschaften im Selfkant
Late Night; Straßenlaterne in Gangelt (15.12.2017)
Unterputzbeleuchtung (18.12.2017)
Hilfe meine Sanduhr ist stehe geblieben (19.12.2017)
Gut geschmiert (20.12.2017)
Herbstblatt (23.12.2107)

zu den Bildern  

Ein Baum verwandelt sich

Samstag, 2.12.2017. Die Sonne versteckte sich hinter zähem Nebel, bestes Schmuddelwetter knapp über dem Gefrierpunkt. Dennoch musste ich raus an die frische Luft. Also ab auf‘s Rad auf der Suche nach einem geeigneten Fotomotiv, die XT 10 mit dem 27mm Pancake in der Bauchtasche. Erst hatte ich die alten Kastanien bei Havert im Visier, doch dann erinnerte ich mich an die alleinstehende Weide in der Nähe von Hastenrath. Als ich sie in der Ferne erkennen konnte, kam auch eine Idee zur Bildbearbeitung. Statt grau in grau sollte der Realität zum Trotz ein Winterbild entstehen. Die Weide hatte noch jede Menge Blätter, gelbe Blätter. Diese lassen sich im S/W Modus sehr schön entfärben und in ein winterliches Weiß verwandeln.

So fand ich den Baum vor. (ISO 200, f/4; 1/400s)

Und so wurde es Schritt für Schritt mittels Capture One 11 kälter und kälter …. Die Bearbeitungsschritte im Einzelnen:

Noch im Farbmodus wurde die Belichtung auf 1,76 angehoben, s.d. alles heller und die Blätter deutlich sichtbar werden (Screenshot ist S/W). Dann habe ich den S/W Modus aktiviert und in der gleichen Ebene mittels Farbeditor den Blättern mehr Sättigung gegeben und deren Helligkeit erhöht. Mittels Filter wurden die Farben manipuliert, so dass es Winter wurde.

Im nächsten Schritt habe ich das Feld wieder besser kenntlich gemacht, indem in diesem Bereich die Belichtung wieder zurück genommen wurde

Mittels Tiefen / HDR wurden dann dem Stammbereich mehr Details zurück gegeben. Auf eine genau Auswahl kam es hier nicht an, da die Nachbarbereiche fast keine Zeichnung in den Tiefen haben.

Im letzten Schritt habe ich eine Verlaufsmaske gewählt um sanfte Übergänge zu bekommem. Der Winterlook wurde im oberen Bildbereich durch eine stärkere Belichtung, mehr Struktur und durch eine Anhebung der Mitteltöne in der Farbbalance verstärkt. Der Mittentonbereich wurde mehr belichtet. Fertig!

Das Ergebnis (Capture One)

Die gleiche Aufnahme habe mit ON1 Photo RAW 2018 bearbeitet. Die Möglichkeit einzelne Farben zu manipulieren gibt es bei dieser Software nicht. Das Maskierungswerkzeug „Perfect Brush“ versagt im Bereich der Äste vollständig. Die Regler zum aufhellen wirken etwas anders als bei Capture One, ebenso werden Highlights und Midtones anders interpretiert. Auch hier ist es gelungen einen Winterlook zu erstellen, jedoch lassen sich nicht so feine Unterschiede wie bei Capture One 11 herausarbeiten, so wird der Stamm zwangsläufig immer mit aufgehellt. Oder man müsste ihn in mühevoller Kleinarbeit bearbeiten.

Das Ergebnis (ON1)

1 … 2 … 3 … mehr Farbe ins Bild mit Capture One Pro

Der Farbeditor von Capture One Pro ist eine Extraklasse für sich. Einzelne Farben lassen sich zielgerichtet in ihrer Intensität beeinflussen.
Das nachstehende Foto wurde am abendlichen Ostseestrand im Gegenlicht aufgenommen.
Die Farben des Flascheninhaltes sind blass und verwaschen.

Fuji X-T1; XF56mmF1.2R
ISO400; 1/3.1s; f/5.6

Zunächst wurde die Überbelichtung korrigiert, der Bildausschnitt gewählt und dem Bild wurde mehr Schärfe gegeben.

Arbeitsschritte:

  • Bild zuschneiden
  • Highlight auf 100
  • Tonwerte korrigieren
  • Klarheit angehoben

Mit der Pipette wurde der Farbton der Waschlotion gewählt und die Sättigung leicht angehoben ….

….. und fertig! Das Spiel der Sonne mit dem Flascheninhalt kommt sehr gut rüber, alle anderen Bildbereiche bleiben von der Bearbeitung unbeeinflusst.

Nebel mit Capture One herausarbeiten

Die Digitalkameras können den Tonwertumfang, den das menschliche Auge erfassen kann, nicht abbilden. Je nach Belichtung „verschwinden“ Tiefen oder Lichter. Mit den modernen HDR Tools sind uns Werkzeuge in die Hand gegeben, mit denen wir dies zwar nicht ändern können, die es jedoch erlauben aus RAW Bildern verloren geglaubte Informationen herauszuholen. Speziell bei Bildern mit Nebel, wird dieser dann jedoch in der Erkennbarkeit deutlich abgeschwächt.

Wirkung des HDR Werkzeuges Spitzlicht auf den Nebel

Bild wie aufgenommen, Spitzlicht 0

Bild wie aufgenommen, Spitzlicht 0

(Überbelichtung im Himmel, oben rechts)

Spitzlicht 100

Spitzlicht 100

Der Regler Spitzlicht lässt den starken Nebel – bei diesem Beispiel nur leicht – „verschwinden“

Der Einsatz des HDR Tools ist in dem Bild jedoch notwendig, da sonst der Himmel – bedingt durch die Morgensonne – total überbelichtet ist. Spitzlichter sind rein weiße Flächen im Bild, ohne Zeichnung.

Die Bearbeitung mit Ebenen und lokalen Anpassungen löst das Problem.

Nebel verstärkt

Nebel verstärkt

Aktionen:

  • Mit dem Regler Spitzlicht die Überbelichtung soweit reduziert, dass die Belichtungswarnung verlischt
  • Eine Maske über den Nebelbereich gelegt und die Helligkeit erhöht, der Nebel erscheint wieder stärker
  • Allerdings kann die Helligkeitserhöhung nur moderat ausfallen, da sonst der Übergang zum dunklen Wald „ausfranst“, (der weiche Rand im Werkzeug ist nicht „weich“ genug)

 

Ein zweites Beispiel:

1. Das Bild – out of cam

Bruchgebiet - out of cam

24.5.2015, 05:34 Uhr im Gangelter Bruch. Über der Wiese steigt der Nebel auf. Auf der Aufnahme ist der Nebel schon gut zu sehen, der Himmel hat jedoch keinerlei Zeichnung. Dank der RAW Aufnahme lässt sich das Bild verbessern.

 

2. Bild korrigieren

Zunächst habe ich den Regler Spitzlicht nach unten gezogen, so dass der Himmel sichtbar wird. Dies geschieht zwangsläufig auf Kosten der Sichtbarkeit des Nebels.

Im HDR Tool wird Highlight auf 95 gesetzt, jetzt wird eine Wolkenstruktur sichtbar.

Durch beide Maßnahmen ist die Sichtbarkeit des Nebels schwächer geworden. Um den Kontrast zwischen Nebel und Wiese zu verstärken wird über die Wiese eine Verlaufsmaske gezeichnet. Mittels Reduzierung der Belichtung wird die Wiese dunkler. Mit den Regler Klarheit und Struktur erhält der Wiesenbereich deutlich mehr Zeichnung.

Um die Sichtbarkeit des Nebels weiter anzuheben, habe ich eine Zeichenmaske über den Nebelbereich gelegt. Um die Übergänge fließend zu halten, wurde eine weiche Kante für das Werkzeug genutzt. Mit der Anhebung der Helligkeit wird der maskierte Bereich heller. Der Nebel ist wieder deutlich sichtbar.

Abschließend bekommt das ganze Bild eine leichte Vignette, das Auge des Betrachters wird so in die neblige Bildmitte gelenkt.

Bruchgebiet - Optimiert mit Capture One

Alternativ hätte man auch den Nebel so lassen und das Bild über zwei Verlaufsmasken optimieren können. (eine für die Wiese und eine für den Himmel)

Vergleich beider Varianten

Vergleich beider Varianten:

  • der Vordergrund ist doch etwas zu dunkel geraten ?
  • unabhängig von der Bearbeitung stört (mich) die Unschärfe im Vordergrund

 

 

Während der Regler Spitzlicht den Nebel „verschwinden“ lässt, bekommen Wolken mehr Zeichnung.

Variante nur Überbelichtung beseitigt

Variante nur Überbelichtung beseitigt

 

Mittels „Spitzlichtregler“ wurde die Überbelichtung beseitigt. (unten rechts am Horizont) Dadurch bekommen die Wolken mehr Struktur, der Kontrast zum Felsen wird jedoch geringen.

Schatten reduziert

Schatten reduziert

Im Farbmodul von Capture One 10 läßt sich die Helligkeit von Schatten, Mittelton und Spitzlicht einstellen. Hier wurden die Schattenbereiche in der Helligkeit reduziert. Der Kontrast zwischen Wolke und Berg wurde somit angehoben.

 

Tipp: Ganz ausführlich behandelt Renate Lange in Ihrem YouTube Video die Möglichkeiten von C1