VokaLadies in Concert

„Weihnachten mit den VokaLadies“ hieß es am 23.12.2017 in der Klosterkirche Maria Lind zu Braunsrath. Als Pressevertreter für Selfkant online durfte ich das Konzert aus der ersten Reihe verfolgen. Der Platz erlaubte es –  ohne andere zu stören – aufzustehen und auch Fotos in der kleinen Kapelle zu machen ….

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Der Selfkant im Wandel der Zeit


Entstehen und Vergehen, das ist das Gesetz der Welt. – Publilius Syrus

Die westlichste Gemeinde mit ihren 12 Dörfern hat einen ganz bestimmten Reiz. Neues und Altes liegen dicht nebeneinander. Das heutige Aussehen ist geprägt vom Wohlstand der Einwohner, aber auch von Ereignissen im vorigen Jahrhundert. Auf den Internetseiten des Ortes Isenbruch /1/ findet man eine Chronik, die geradezu charakteristisch für viele Dörfer am Westzipfel Deutschlands ist: „Das Dorf Isenbruch zählt rund 320 Einwohner. Das Ortsbild hat noch immer einen bäuerlichen Charakter, obwohl nur noch wenige landwirtschaftliche Betriebe übrig geblieben sind. Selbständige Handwerker wie Schmied, Schlosser, Schreiner und Schneider, die früher das Dorf mitprägten, sind ein Opfer der Industrialisierung geworden. Die Landwirte betreiben, bedingt durch das Bruchland und die Bachgründe, überwiegend Weidewirtschaft. „ … „Die schlimmste Zeit für das Dorf war, als 1944 die Front vor Isenbruch stehen blieb. Die Einwohner haben wochenlang in den Kellern gehaust und darauf gewartet, dass die Front sie überrollte. Aber daraus wurde zunächst nichts. Die Bevölkerung musste räumen. Auf dem Wege in die Evakuierung wurden viele in Posterholt freundlich aufgenommen. Doch so lange dieses Dorf von deutschen Truppen besetzt war, durften sich die Isenbrucher nicht auf die Straße wagen. Bis heute haben sich freundschaftliche Beziehungen mit den gastfreundlichen Familien in Posterholt erhalten. Andere Dorfbewohner wurden bis nach Thüringen verschlagen. Einige wenige, die zunächst nach Millen ausgewichen waren, landeten im Lager Vught in Holland. Als die Bevölkerung nach und nach aus der Evakuierung heimkehrte, fand sie das Dorf in einem traurigen Zustand wieder. Kein Haus war verschont geblieben. Von den Hauseinrichtungen war nichts mehr da. Die Felder waren im Herbst 1944 nicht bestellt worden, z.T. hatte man die Feldfrüchte noch nicht mehr einholen können. Viele Felder und Wiesen waren vermint. Die Minen haben auch in Isenbruch ihre Opfer gefordert. So waren die ersten Monate nach der Evakuierung eine schlimme Zeit. Heute sieht man von den Kriegsspuren nichts mehr. Aber die neuen Häuser, die innerhalb des Dorfes liegen, stehen fast alle an der Stelle alter Häuser, die neu aufgebaut werden mussten. Das waren rund 30 Prozent. In der Zeit vom 23. April 1949 bis 1. August 1963 stand der Ort Isenbruch zusammen mit den anderen Orten des Selfkants unter niederländischer Auftragsverwaltung. Diese Umstellung war für die Bevölkerung sicherlich nicht einfach.
Doch die gemeinsame kulturelle und geschichtliche Vergangenheit diesseits und jenseits der Grenze sowie die gleiche Sprache, unsere heimische Mundart, begünstigten die Entwicklung.
Als es im Jahre 1963 zur Rückgliederung des Selfkants kam, hatte sich die Bevölkerung bereits sehr stark zum benachbarten Limburg hin orientiert. Die Betriebe verloren einen Teil ihres in der Provinz Limburg geschaffenen Kundenkreises und hatten mit nicht unwesentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Noch heute sind einige Isenbrucher seit dieser Zeit in den Niederlanden beschäftigt, und es bestehen zahlreiche persönliche Bande über die Grenze hinweg. „

Obwohl die Geschichte des Selfkants viel weiter zurück reicht, sind es gerade der zweite Weltkrieg und die Zeit unter niederländischer Auftragsverwaltung, die das Aussehen der Orte und die Lebensweise geprägt haben. Wie überall auf der Welt entsteht Neues, Altes vergeht. Mit dieser Bilddokumentation möchte ich das Alte und Vergängliche – was auch heute wieder einem Wandel unterzogen ist – erfassen und im Bild festhalten, aber auch zeigen, wie Altes liebevoll gepflegt, erhalten und modernisiert werden kann.

Das Alte (marode)

Das Alte liebevoll gepflegt

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