Weitwinkel verstehen

Für eine der Islandreisen hatte ich mir extra ein Weitwinkelobjektiv zugelegt. Doch genutzt habe ich es wenig, bis auf wenige Bilder entsprachen die Aufnahmen nicht meinen Vorstellungen. Auch in Kanada war es mit dabei, zum Einsatz kam es nicht.

Markus Wäger schreibt auf seiner Seite „Während Normalobjektive eher noch zur trockenen, sachlichen Authentizität neigen, erzeugen Weitwinkel schon vom Grundcharakter her mehr Spannung und Leben.

https://www.markuswaeger.com

Das ist doch verlockend! Was mache ich falsch?

Oder fragen Sie sich schon seit einiger Zeit, warum es mit diesem Objektivtyp so schwer ist, gute Fotos zu machen – schwerer als mit Normalbrennweite oder Tele?“ – dieser Satz von Chris Marquardt zu seinem Buch „Weitwinkelfotografie“ hat mich neugierig gemacht und ich hatte endlich die Gelegenheit einen Buchgutschein sinnvoll einzusetzen. Am 2. August erhielt das Buch, nach dem ersten Blättern im Buch habe ich mein 14 mm Weitwinkel auf die XT1 geschraubt und bin nochmal los um das letzte Licht zu nutzen….

Bilder

4.August – Ein wunderschöner Sonnenaufgang und im Gangelter Bruch war Nebel zu erwarten. Im April war ich hier mit dem Tele, jetzt mit dem Weitwinkelobjektiv. Die Aufnahmepositionen unterscheiden sich nur wenig – die Bilder jedoch sehr.

4.August – Oude Ambachten „Maar er is natuurlijk meer. De sfeer en het plezier waarmee oude ambachten en gebruiken gedemonstreerd worden, zijn niet in tekst of foto uit te drukken. Daar moet u echt zelf voor komen kijken.“ Und mit 14mm muß man nah ran, die Leute hat es nicht gestört!

5.August – Schnappschüsse während einer abendlichen Fahrradtour

24.August – Sonnenaufgang bei Millen

31.August – Morgens im Gangelter Bruch

Unser Garten im März

Das Insektensterben ist in aller Munde, viele vergessen jedoch bei der Diskussion dabei, dass sie selbst einen Anteil daran haben. Vorgärten werden zu pflegeleichten Steinwüsten umfunktioniert. Bei uns blühen bereits im Frühjahr die Krokusse, was von den Hummeln auch gut angenommen wird. Doch soll nicht unser Vorgarten Thema der Dokumentation, vielmehr die ca. 600 Quadratmeter hinter dem Haus.

2014 haben wir den Garten komplett umgestaltet. Von großen Sträuchern und Thujahecken haben wir uns getrennt. Unter der Randbedingung einen möglichst einfach zu pflegenden Garten zu bekommen, war es uns wichtig, dass es möglichst lange grünt und blüht. Dies ist uns gut gelungen. Bereits im letzten Jahr herrschte in unserem Garten mehr „Flugverkehr“ als auf den umliegenden Wiesen in freier Natur.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen die Vielfalt der Insekten zu dokumentieren. Über den Winter lassen wir die Gräser stehen, damit es in der grauen Jahreszeit weniger trostlos aussieht. Anfang März schneiden wir die Pflanzen und Gräser des letzten Jahres ab und schaffen Platz und Licht für Neues.

Pfirsichblüte
morgens…
Naturwiese

Zu den ersten Insekten im Garten gehören Sandbienen und Hummeln. Mauerbienen bauen ihre Nester in den Rolläden unseres Wohnzimmers.

„Aufgrund ihres Nistverhaltens ist die Rostrote Mauerbiene häufig in der Nähe menschlicher Behausungen zu finden. Die 8 bis 14 Millimeter großen Insekten nutzen vorhandene Hohlräume in Trockenmauern, Löß- und Lehmwänden, aber auch in Totholz, lockerem Gestein und zahlreichen anderen Strukturen, um darin ihre einzelnen gemörtelten Brutnester anzulegen. Nester dieser Biene wurden schon in Türschlössern, in der Plastikhülle eines Rolladenstoppers und sogar in einer Holzflöte gefunden. Gerne nimmt die Rostrote Mauerbiene künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an.“ /1/

/1/ https://www.nabu.de/news/2018/11/25571.html

Saubermachen

Im ersten Bild ist zu sehen, dass zunächst „sauber gemacht wird“. Dann beginnt das Brutgeschäft des neuen Jahres. Es werden Brutzellen gebaut, die Pollen und Nektar gefüllt werden, was mit einer intensiven Flugtätigkeit verbunden ist. Dieses Schauspiel kann ich jedes Jahr an unserem Fensterrahmen beobachten.

Leider ist nicht ganz so einfach ein gutes Foto zu bekommen. Beim Ausflug ist es kaum möglich zu fotografieren, da sie sofort wegfliegen. Besser geht es beim Anflug, da man sie hört.

Ich hatte neben das Loch zeitweise einen Flaschenöffner gestellt, damit ich so ca. 1 cm vor dem Loch scharf stellen kann, das ist so in etwas die Position, wo die Biene beim Einflug kurz verweilt. Doch das hat sie enorm gestört. Sie blieb vor dem Loch stehen und konnte sich zunächst nicht entscheiden reinzufliegen. Erstaunlich was sie für ein Gedächtnis hat. Komischerweise lässt sie sich von mir in keiner Weise stören.

Im letzten Sommer entstand ein kleines Bienenhaus aus Bambus. Jetzt wurde es von Mauerbienen angenommen.

Anflug


Mauerbiene

In unserem anderen Miniinsektenhotel sind die meisten Zimmer belegt. Einige große Löcher sind unbewohnt. Hier hatte es sich eine Wildbiene über Nacht gemütlich gemacht. Die Morgenstarre erlaubte es ihr nicht zu flüchten, schwups wurde sie fotografiert.

Freies Bett im Insektenhotel
Insektenhotel

Zu den ersten Gästen gehören auch Sandbienen.

Sandbiene

Feldsandlaufkäfer – Ein äusserst agiler Käfer, der kaum zur Ruhe kam und somit nur schwer zu fotografieren war. „Die Imagines jagen von April bis September in blitzschnellen Sprints Spinnen und kleine Insekten. Die Larven leben in selbstgegrabenen bis 40 cm tiefen Erdgängen und lauern in deren Öffnungen auf Beute. Im Garten sieht man die Käfer und die Löcher ihrer Larven auf Wegen und vegetationsarmen Flächen.“ /2/

/2/ http://www.wildbienen.de/wbi-r310.htm

Feldsandlaufkäfer

Bilder in höherer Auflösung

(Bilder in der Reihenfolge der Enstehung)