Irland – Donegal im Spätherbst 2014

In der letzten Oktoberwoche des Jahres 2014 besuchten wir den Nordwesten Irlands. Ziel war die Küstenlandschaft von Ballyshannon bis Meenlaragh am Bloody Foreland. Im Herbstlicht erstrahlen die absterbenden Farne und Gräser in einem fantastischen Rostrot. Sehr intensiv sind die Farben bei bedecktem Himmel, im Morgenlicht und am Abend, kurz bevor die Sonne unter geht. Das imposante Wellenspiel bei Sturm durften wir ebenfalls erleben. Da kann man verstehen, warum ca. 12.000 Schiffe  an irischen Küsten zerschellt oder untergegangenen sind.

 

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Donegal war unser Sprungbrett ins County. Hier hatten wir unser gemütliches Quartier, von dem wir täglich unsere Touren starteten. Sehenswert im Ort ist die Burg der O’Donnells. (siehe 27.10.2014) Damit sie nicht in die Hände der Engländer fiel, wurde sie von den Eigentümern zerstört. Später wurde aus der Burg ein Renaissanceschlösschen. Sehenswert ist der Bankettsaal mit einem großem Kamin. Im Ort war immer etwas los. Vom Saisonende war hier nichts zu spüren. Gemütliche Kneipen und zahlreiche Shops lockten Besucher über die ganze Woche in das Städtchen.

Unsere Touren

26.10.2014     An der Küste entlang nach Malin More und Malin Beg über Killybegs
Hier ist die Welt zu Ende. Unberührt ist die Küstenlandschaft. Bei einer kräftigen Brise waren die Wellen sicher 4 Meter hoch. Ein paar Tage später spiegelte sich die Sonne im glatten Meer und keiner würde vermuten, welche Gewalten in der tosenden See stecken können. (siehe 29.10.2014) In der Nähe des Aussichtsturmes zwischen Malin More und Malin Beg wurde für uns die Erkundung der Klippen zu einem unvergesslichen Erlebnis.
In Killybegs fanden wir nur den Hafen sehenswert, wobei in diesem immer etwas los ist. Sei es das Entladen der Fischfangschiffe oder die Reparatur der Trawler – der Besucher ist immer mitten drin. 27.10.2014 St. John’s Point und die Blue Stack Mountains.
Zwischen Donegal und Killybegs befindet sich auf einer lang gestreckten Halbinsel der St. John’s Point. Man kann mit dem Auto fast bis an den Leuchtturm fahren, doch es empfiehlt sich das Auto bereits vorher abzustellen, da der Eigentümer in unmittelbarer Nähe des Leuchtturmes die Zufahrt verwehrt und es auch kaum Park- und Wendemöglichkeiten gibt. Um den Leuchtturm herum kann man wandern, es gibt wilde Klippen zu sehen und eine tolle Aussicht auf die Küste.
Nördlich von Donagel bis nach Glenties erstrecken sich die Blue Stack Mountains. Eine wunderschöne Gegend, die gerade zu zum Wandern einlädt. Der Herbst verwandelt die Landschaft in ein rostrotes Farbenmeer. Es gibt zahlreiche gut ausgeschilderte Wanderwege, die quer durch die Blue Stack Mountains und das Tiefland führen. Im Herbst sind sie nur schwer zu begehen. Die vielen Niederschläge machen an den Stellen, wo es über Wiesen geht, ein Durchkommen ohne Gummistiefel unmöglich.

28.10.2014    Ardara und Glencolumbkille
Nördlich des schmucken Dörfchens sind wir auf breiten Sandstränden gewandert. Bei Kilclooney gibt es etwas für den geschichtlich Interessierten zu entdecken. Vom Dolmencenter in der Ortsmitte führt ein Weg über ein Privatgrundstück zum Kilclooney – Dolmen. Vor dem Hofhund braucht man sich nicht zu fürchten, er kann zwar noch kräftig bellen, er ließ uns dennoch unbehelligt auf das Grundstück und auch wieder von diesem. Im Tourist Office von Ardara hatte uns die freundliche Dame noch den Besuch eines Ringforts empfohlen. Die Infobroschüre entpuppte sich jedoch als Flopp. Der eingezeichnete See, auf dem das Fort liegen sollte, war nicht zu finden, da es insgesamt drei Seen gab. Nachdem wir vier Einheimische nach dem Weg gefragt hatten und vier verschiedene Antworten bekommen hatten, haben das Handtuch geschmissen.
Bereits von Malin More ist der nächste Beobachtungspunkt aus napoleonischer Zeit bei Glencolumbkille zu sehen. In dessen unmittelbarer Nähe im Norden der Glen Bay führt ein Wanderweg zu einer malerischen Küstenlandschaft. Das Auto muss man im Ort am Ende der Dorfstrasse stehen lassen. Dann geht es nur zu Fuß weiter. Der steile Aufstieg lohnt sich aber in jedem Fall. Sowohl der Blick auf die Küste als auch der in das Inland lassen die Mühen des Anstiegs schnell vergessen. Wolken verdeckten die Sonne. Ab und zu gab es Wolkenlücken, so dass die Lichtverhältnisse ständig wechselten. Je nach Lichteinfall erschien die Landschaft völlig unterschiedlich.
Im Ort selbst gibt es ein Folk Village, wo gezeigt wird, wie die Iren ursprünglich gelebt haben. Allerdings war auch hier die Saison vorbei. Die Angestellten waren gerade bei der Inventur. Uns wurde jedoch geöffnet und wir durften den Außenbereich des Museums besichtigen.

29.10.2914    Slieve League
Die Steilküste bei Carrick ist wohl „der“ Anziehungspunkt im südlichen Donegal. Wir haben von Donegal aus die erste Zufahrt in Carrick gewählt und auf dem zweiten Parkplatz geparkt. Auf dem letzen Stück ist es besser, wenn einem bei der Hochfahrt kein Auto begegnet. Nur ein paar dicke Steine markieren die Straßengrenze vor dem freien Fall in die Tiefe. Oben angekommen, lässt es sich dann herrlich an der Steilküste entlang wandern. In jedem Fall ist es ratsam sich einen Tag ohne zu viel Wind für die Tour auszusuchen.

30.10.2014    The Rosses
Eine flache Landschaft an der Westküste mit vielen kleinen Gewässern, unzähligen Findlingsteinen und weißen Häusern. Im Reiseführer war zu lesen: Meer, Moor, Steine und Einsamkeit. Treffender kann man es nicht ausdrücken. Dennoch sehr schön anzusehen. Vorbei am Mount Errigal führt die Rundreise über die Blue Stack Mountains zurück nach Donagel.

31.10.2014    Ballyshannon
Ballyshannon ist ein kleines nettes Städtchen und Geburtsort von Rory Gallagher. Für das Tourist Office war die Saison 2014 schon beendet, so dass wir nur den Hinweisen unseres Reiseführers folgen konnten. Neugierig waren wir auf die Ruinen der Zisterzienserabtei Assaroe. Doch diese beschränkten sich auf zwei Mauerreste und waren nicht wirklich sehenswert. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein restaurierte Wassermühle und die Catsby Cave. Hier wurden heimlich Messen abgehalten und es soll eine Verbindung zur Abtei gegeben haben.