Schottland 2014

1.Tag
Ankunft in Edinburgh und Start in die Highlands – ein Traum wird Realität. Die erste Station war Breamar, ein kleines gemütliches Dorf ca. 90km westlich von Aberdeen im Cairngorms – Nationalpark gelegen. Umringt von den Bergen liegt es in einer weiten Ebene mit den Flüssen Glen Dee und Glen Clunie. Die Berge sind kahl und heidebewachsen, Anziehungspunkt für Wanderer und Biker. Jeweils am ersten Samstag im September finden in Braemar Highland-Games statt, traditionell unter Anwesenheit der königlichen Familie. Breamar hat ein (eher unscheinbares) Schloss, welches 1628 vom Grafen Mar erbaut wurde. Nach der Schlacht von Culloden (1746) bot es Unterkunft für die Garnison für die Hannoveranischen Truppen. In den letzten 200 Jahren war es in Familiensitz der Farquharsons von Invercauld, heute gehört es der Gemeinde. Unweit von Braemar ist das Glenshee Ski Centre, welches mit 22 Liften und 36 Pisten Spaß für Skifahrer und Snowboarder bietet.

Nach dem Abendessen haben wir noch einen Abstecher in die Berge unternommen. Die untergehende Sonne verlieh dem Wasser einen tiefblauen Schein. (zu den Bildern)

2.Tag
Strahlender Sonnenschein und für Schottland eher ungewöhnliche Temperaturen von deutlich mehr als 20°C hielten uns ab in den kahlen Highlands bei Braemar zu wandern. Entlang des Flusses Dee fuhren wir an die Küste nach Stonehaven. Kleine Zwischenstops gab es in Ballater (Old Royal Station) und am Crathes Castle bei Banchory.
Castle Dunnottar bei Stonehaven – In der Schlacht von Bannockburn, der berühmte Robert (the) Bruce besiegte hier das englische Heer unter Eduard II, führte Sir Robert Keith die leichte Kavallerie. Als Dank für seine Dienste erhielt er Land in der Region Aberdeen. So wurde später von den Keith die Burg Dunnottar erbaut. Castle Dunnottar steht malerisch auf einer felsigen Landzunge. Wieder in Braemar angekommen hatte es sich merklich auf 14 °C abgekühlt, so gab es noch einen kleinen Abstecher in die Berge. (zu den Bildern)

3.Tag
Von Braemar nach Wick durch die Highlands mit einem Stop in Dornoch und im Dunrobin Castle. Hier gab es neben dem Schloss (mit Fotografierverbot) einen wunderschönen Park sowie eine Greifvogelschau zu sehen. Nördlich von Dunrobin Castle wird die Landschaft recht eintönig. In Wick selbst gibt es kaum etwas zu sehen. Die besten Zeiten des Ortes liegen weit zurück. (zu den Bildern)

4.Tag
Orkney – Das Auto haben wir in John O’Groats stehen gelassen und einen Tagesausflug nach Orkney per Boot und Bus unternommen. Die Überfahrt dauerte etwa 40 Minuten, auf Orkney wartete ein komfortabler Bus. Es gibt eine lange Tour von 9 bis 19:30Uhr für 58 Pfund und eine kurze von 10:30 Uhr bis 18 Uhr, die 4 Pfund günstiger ist, dafür besichtigt man eine Sehenswürdigkeit weniger und hat auch nicht so viel individuelle Zeit in Stromwell und Kirkwall. Buchen Sie die grosse Tour, es lohnt sich.
Unser Busfahrer und Tourguide Stuart war ein wandelndes Lexikon. Solch eine informative Tour war der reine Glücksfall, zudem hatten wir nicht einen der 250 Tage von Orkney erwischt, wo es regnet. Über die Churchill Barriers ging es zunächst nach Stromwell, einem kleinen Städtchen. Der Weg führte entlang von Scapa flow, einem riesigen natürlichen Hafen, Stützpunkt der Royal Navy in den beiden Weltkriegen. Stuart zeigte die Positionen, wo Prien mit seinem U47 die Oak versenkt hat und wo nach dem erstem Weltkrieg mehr als 50 Schiffe der deutschen Flotte versenkt wurden. Um Scapa flow besser zu schützen wurden an einigen Einfahrten alte Schiffe versenkt. Noch heute sind die Reste der Wracks zu sehen. Da die Schiffe nicht ausreichend Schutz boten, ließ Churchill durch italienische Kriegsgefangene Barrieren aus Beton errichten. Eine Kapelle erinnert an diese Italiener. Die Kapelle wurde von den Kriegsgefangenen aus Blech, Beton und Resten aus den Schiffswracks errichtet. Die Barrieren waren das Aus für viele lokale Fischer, da sie keinen Zugang zum Meer mehr hatten. Um zu überleben, wurden im grossen Stil Hühner gehalten und Orkney belieferte Schottland mit Eiern. Ein gewaltiger Orkan machte dem 1952 jäh ein Ende. Tausende Hühner flogen unfreiwillig gen Norwegen, wusste Stuart zu berichten. Bereits vor 5000 Jahren lebten Menschen in Steinhäusern auf Orkney. Zu der Zeit war an die Pyramiden noch lange nicht zu denken. Ungeklärt ist, woher die Menschen kamen und wie sie die Inseln erreichten. Unweit der Grabungsstätte lud Langskaill Flat (Skaill House) zu einer Besichtigung ein. Aufenthalt in Kirkwall – Die Ruinen des Bischofssitzes unweit der Kathedrale. Die St. Magnus Cathedral – heute gemeinsam genutzt von evangelischen, katholischen und jüdischen Gläubigen. Die Tour führte weiter zum Ring of Brodgar und „The Standing Stones of Stennes” – weitere prähistorische Sehenswürdigkeiten und Touristenmagneten. Obwohl wir keine Fans von organisierten Busreisen sind, können wir diese Tour nur wärmstens empfehlen. Fragen Sie nach Stuart, dem freundlichen Tourguide aus Bristol, der seit ca. 25 Jahren auf Orkney wohnt. Er spricht ein sehr gut verständliches Englisch und nicht den Slang der Einheimischen. (zu den Bildern)

5.Tag
Auf der Fahrt von Wick nach Ullapool, durch die kahlen, grauen Berge der Highlands. Es wurden Erinnerungen an die isländische Hochebene wach. Ende Juni ist die Heide verblüht. Nur in den Tälern ist es grün. Vereinzelt wird hier noch Landwirtschaft betrieben. (zu den Bildern)

6.Tag
Die Gegend um Ullapool – Start am Leuchtturm bei Ullapool, weiter nach Norden in Richtung Lochinver zum Ardvreck Castle.
Wanderung zu den Falls of Kirkaig – Der Hinweg war mit 2,5 Meilen ausgeschildert, wir hatten jedoch ganz außer Acht gelassen, dass es einen kleinen Unterschied zum Kilometer gibt. So wurden wir bei leichtem schottischen Sommerdauerregen schön durchgeweicht. Trotzdem hat die Wanderung viel Spaß gemacht und unsere Gastgeberin in Ullapol steckte die Schuhe in den Trockner und spendierte zwei extra große Whiskey`s. (zu den Bildern)

7. Tag
Von Ullapol nach Badarcho (Nähe Gairloch) – Zwei sehr schöne, gemütliche Tage verlebten wir bei Vanessa und Gorden Quinn in Badachro bei Gairloch. Ihr B&B der gehobenen Klasse liegt auf einer Anhöhe mit einer wunderschönen Aussicht auf den Hafen des Dorfes. Malerische Berge am Horizont bietet unendliche Fotomotive. Relativ früh angekommen, empfahl uns Gordon einen Spaziergang zum Red Point. Strahlender Sonnenschein macht die Tour zu einem Erlebnis. Nach dem Abendessen im Pub gab`s bei unseren Gastgebern noch ein kühles Bier und eine kleine Einweisung in die Kunst einen Whiskey zu genießen. (zu den Bildern)

8.Tag
Am zweiten Tag in Badarcho wanderten wir morgens zum nahegelegenen Loch Braight Horrisdale. Am Nachmittag unternahmen wir einen Ausflug entlang des Loch Maree zum Beinn Eighe Nationalpark und wanderten entlang des Woodland Trails. Früher war Schottland von einem riesigen Urwald bedeckt. Für die Kohle- und Eisengewinnung wurden die Wälder abgeholzt. Nach dem 2. Weltkrieg begannen die Schotten mit der Aufforstung, neue Wälder aus der Sitkafichte entstanden. Diese gedeiht auch auf saurem Boden, ist jedoch anfällig gegenüber Windschlag und verdrängt die ursprüngliche schottische Nadelbaumart, die Scots pine. In den Woodland Trails gab es schöne alte Scots pines zu bewundern. (zu den Bildern)

9.Tag
Von Gairloch nach Fort Augustus – Mit einem Zwischenstop am Strome Castle und dem im Vergleich dazu imposanten Eilean Donan Castle. Fort Augustus wurde von 1729 bis 1742 vom Duke of Cumbeland errichtet. Wir erreichten den Ort über den Kaledonsichen Kanal, vorbei an der Bridge of Oich. In Fort Augustus gibt es eine fünfstufige Schleuse, die den Kanal mit Loch Ness verbindet. Die Schleuse ist zugleich Zentrum des Ortes. Ein kleines Museum (freier Eintritt) informiert über die Geschichte der Schleuse. Entlang der Schleuse gibt es zahlreiche Pubs. Auch hier werben Prospekte mit dem Begriff „Highlands“. Sicher hat auch diese Gegend ihre Reize, so beeindruckend wie in Ullapol und Gairloch war es hier jedoch nicht. (zu den Bildern)

Schleusen am Caledonian Canal in Fort Augustus

Der Caledonian Canal wurde von 1803 bis 1822 gebaut und verbindet die Ost- und Westküste Schottlands. Er wurde an einer Stelle errichtet, wo es möglich war viele natürliche Gewässer einzubinden, so dass nur ein Drittel der ca. 100 km Distanz künstlich angelegt werden musste. Für den Bau zeichnete sich der schottische Ingenieur Thomas Telford verantwortlich.

So entstand ein sehr kurzer Weg um die Nordsee am Moray Firth mit dem Atlantik am Fith of Lome zu verbinden, jedoch nahm die Schifffahrt diese Abkürzung nicht wie geplant an. Seit 1963 wir der Kanal von British Waterways bewirtschaftet und ist heute vornehmlich eine touristische Attraktion, die von vielen Hobbykapitänen benutzt wird. 2007 wurde der Caledonian Canal von der American Society of Civil Engineers in die „List of International Historic Civil Engineering Landmarks“ aufgenommen.

Zur Überwindung der Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Lochs gibt es insgesamt neunundzwanzig Schleusen. In dem kleinen Kanalmuseum in Fort Augustus, direkt an den Schleusen gelegen, kann sich der Besucher über die Geschichte der Schleusen von Fort Augustus informieren. Kurz nach der Fertigstellung mussten sie nochmals trockengelegt werden. Man hatte sich nicht an die Vorgaben von Telford gehalten, die Tore waren undicht und es gab Ausspülungen. Das, was damals mit körperlich schwerer Arbeit bewerkstelligt wurde, sieht heute mit Unterstützung der Hydraulik kinderleicht aus. Um die ca. 15 m Höhenunterschied zu überwinden, müssen 5 Schleusentore überwunden werden. Eine knappe Stunde dauert das Spektakel und zieht immer wieder viele Schaulustige an. Das Schleusenpersonal ist den ganzen Tag dem schottischen Wetter ausgesetzt. Sie lassen sich aber gern von den vielen Touristen bestaunen und haben immer den passenden Spruch parat.

 

10. Tag
Rund um Loch Ness – Die südliche Strasse von Fort Augustus nach Inverness geht durch unberührte Bergwelt und später entlang des Sees. Sie ist eng und kurvenreich und dennoch dem „Highway“ gegenüber auf der Nordseite des Sees zu empfehlen.
In Inverness gab es Werbung für die schottische Unabhängigkeit. Wenn Sie alle Bilder von diesem Tag ansehen, werden Sie auch zwei Bilder von Inverness mit einer Möve entdecken. Das war ein ganz besonderes Exemplar. Sie hatte sich darauf spezialisiert den Leuten ihr Sandwich zu entreißen um es anschließend zu verschlingen. Das ging jedoch so schnell und war so überraschend, dass dieser Moment nicht im Bild festgehalten werden konnte. Auf jeden Fall hatte die Dame einen riesen Schreck bekommen und so ein Schnabel hat es in sich. Auf der A82 zurück nach Fort Augustus ist der Blick auf Loch Ness weitgehend versperrt. Bei dem Verkehr ist es aber auch nicht ratsam, die Blicke schweifen zu lassen.

Stop im Loch Ness Exhibition Centre – 1933 kam Loch Ness in die Schlagzeilen. Augenzeugen berichten von Fabelwesen, diese wurden sogar durch Fotos belegt – ein gefundenes Fressen für die Presse. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Bilder Fälschungen gewesen sind. Irreführende Spiegelungen sind eine andere Erklärung dafür, was auf den Bildern zu sehen ist. Jedoch haben die Erzählungen um Loch Ness viele weitere Aktionen ausgelöst. Mit Unterwasserkameras und U Booten untersuchte man den See, in den achtziger Jahren begannen intensive Ultraschall Untersuchungen. In den 90ern wurde dann ein ernüchterndes Fazit um „Nessie“ gezogen:
– Das Wasser ist für Reptilien zu kalt – Amphibien waren Süsswassertiere und können nicht nach der Eiszeit aus dem Meer gekommen sein – Säugetiere hätte man erkannt, da sie zum Atmen auftauchen müssen
– Für räuberische Wesen gibt es nicht genug Nahrung im See
– Mitunter bilden sich im See riesige Unterwasserwellen, diese können zu Fehlinterpretationen bei Schallwellenunteruchungen führen

Dem Mythos ging die Puste aus, doch wie im Loch Ness Exhibition Centre weiter zu erfahren war, bildet der Grund des Sees eine sedimentäre Fundgrube. Durch das ROSETTA Projekt wurden Bohrkerne des Bodengrundes analysiert. Man fand Pollen aus anderen Wäldern, Asche aus isländischen Vulkanen und radioaktives Material aus Tschernobyl…. nur Nessie bleibt verschwunden. (zu den Bildern)

11.Tag
Von Fort Augustus zurück zum Ausgangsort, vorbei am Ben Nevis, der mit 1344 Metern der höchste Berg in Schottland ist. Unser B&B lag in North Queensferry, unmittelbar unter der Forth Bridge. Diese Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, ist eine technische Meisterleistung. Etwa 54.000 Tonnen Stahl werden von 6,5 Millionen Nieten zusammengehalten. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Forth_Bridge ) Parallel zu dieser Eisenbahnbrücke führt die Forth Road Bridge über die Flussmündung. Edinburgh ist seit dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt von Schottland und seit 1999 Sitz des Schottischen Parlaments. Ca. 480.000 Menschen leben in der alterwürdigen Stadt. Hier pulsiert das Leben – Touristen, Touristen, Touristen ….. ein krasser Gegensatz zu den Tagen in den Highlands und letzte Station unserer Rundreise. Unsere B&B Empfehlung in Edinburgh : http://www.northcraig- cottage.co.uk/ Das B&B liegt in Nähe einer Bahnstation und ist vom Stadtzentrum nur ca. 20 Fahrtminuten entfernt. (zu den Bildern)