Technik

„Any good photograph is a successful synthesis of technique and art.“
– Andreas Feininger –

Die Digitalkamera – ein wunderschönes Männerspielzeug

Die ersten digitalen Aufnahmen habe ich bereits 1996 mit einer Kodak DC40 gemacht.

dc40

Bildquelle: kodac.com

Die DC40 – sie sah aus wie ein Feldstecher – wurde 1995 vorgestellt und hatte eine Auflösung von 756×504 Pixeln. Und diese technische Daten waren vor 20 Jahren der Hit: 42 mm (35mm-equivalent) Fixfokus-Objektiv, ISO 84, P-Automatik, Verschlusszeit: 1/30 to 1/175 s, 4 MB Speicher eingebaut, 24 Bit (8 Bit pro Farbkanal), 4 AA-/Mignon- Batterien/Akkus.

e10

Bildquelle: Olympus.de

Ein riesiger Sprung nach vorn war 2001 die Olympus E-10 mit einem CCD-Sensor 2/3″ 8,8 x 6,6 mm (Cropfaktor 3,9) und 4,0 Megapixel Auflösung. Toll war das lichtstarke Zoomobjektiv mit 35 bis 140 mm (35mm-equivalent), grottenschlecht der Stromverbrauch meiner Kamera – nach ca. 50 Fotos war ein Akkuwechsel angesagt.

2003 folgte die erste Canon mit einem 6,3-Megapixel-CMOS-Bildsensor (3072 × 2048 Pixel) im APS-C-Format. Die EOS 10 D wurde von dpreview.com im März 2003 mit „Highly Recommended“ bewertet, was ich nur bestägen kann.

+ beste Bildqualität, bezogen auf alle Kameras mit denen ich fotografiert habe
+ Autofokus schnell, treffsicher
– zu schwer

Canon blieb ich bis zur 5D Mark II treu, dann war mir einfach die Schlepperei zu viel. Beeindruckt von den Erfahrungen mit der X 100 stand 2012 ein Systemwechsel an.

x100

Bildquelle: fujifilm.eu

+ sehr gute Bildqualität
– langsamer Autofocus
+ schön leicht
+ kein Schickschnack dran, direkter Zugriff auf die wesentlichen Einstellmöglichkeiten

Die Canon Ausrüstung wurde verkauft und eine Fujifilm X Pro 1 mit 2 Festbrennweiten ( XF35mm F1.4R und XF60mm F2.4 R Makro) waren der Beginn der „Fuji Ära“. Die X Pro 1 kann sich meines Erachtens auch noch heute von der Bildqualität her sehen lassen. Nicht mehr up to date sind der langsame Autofokus, das starre Display und der Sucher ohne Dioptrinausgleich. Bei den beiden Festbrennweiten ist es nicht geblieben…. Die beiden heutigen Topmodelle, die X Pro 2 und die XT 2,  sind tolle Weiterentwicklungen, jedoch einfach zu teuer um mal so zu wechseln, zumal der Preisverfall der Kameratechnik enorm ist. Erst einmal abwarten, mit der XT 1 komme ich bestens zurecht.

xt1

Bildquelle: fujifilm.eu

+ sehr gute Bildqualität
– obwohl Fuji meint, der AF wird immer schneller …. – mit der Canon 5D Mark II kommt sie nicht mit
+ leicht

Für Touren in der Natur nutze ich seit 2015 auch eine Panasonic FZ 1000, die nicht zu unrecht als das Flaggschiff der Bridge-Kameras bezeichnet wird. Bei normalen Lichtverhältnissen ist die Bildqualität des 1 Zoll Sensors eine Wucht und das Leica DC Vario Elmarit mit 25 – 400 mm (KB) deckt einen großen Brennweitenbereich ab.

fz1000

Bildquelle: Panasonic.com

+ leicht, großer Brennweitenbereich
– begrenzte Autofokusgeschwindigkeit, Rauschen bei höheren ISO-Einstellungen, begrenzter Tonwertumfang

Extreme Wettersituationen werden mit der Olympus Tough TG-4 gemeistert. (siehe Kategorie TG-4; jetzt auch die TG-5) Sie ist bis zu 15 m wasserdicht und bringt ein lichtstarkes 4fach-Zoom mit. Der kleine 1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor löst 16 Megapixel auf, GPS und WLAN sind an Bord und das Allerwichtigste: Bilder können als RAW Datei gespeichert werden und C1 erkennt diese! Ermutigt hat mich zum Kauf die Ausgabe 8 / 2016 von NaturFoto, wo ein ausführlicher Test zu lesen ist. Faszinierend sind auch die Makromöglichkeiten, hier hat mich Fuji bisher enttäuscht. Die max. Vergrößerung des XF 60 mm Makro beträgt nur 0,5, selbst mit dem Makro-Zwischenringe MCEX-16 beträgt die max. Vergrößerung nur 0,76 bei einer Aufnahmedistanz von 143 mm.

tg4

Bildquelle: Olympus.de

+ erstaunlich gute Bildqualität (es ist aber keine Fuji oder Canon)
+ einsetzbar unter allen Witterungsbedingungen
+ schöne Makromöglichkeiten
+ Hosentaschengröße

 

Das Glas vor der Kamera

Mit der Canonausrüstung wurde ich immer sofort als Fotograf identifiziert. Seitdem ich auf das Fujisystem umgestiegen bin, werde ich als solcher kaum wahrgenommen. Hinzu kommt, dass ich auch meistens nicht mehr blitze. So kann ich weitgehend unbemerkt die realen Momente des Lebens festhalten. Ehe die geschätzten Kollegen von der Presse die Leute aufgestellt und ausgerichtet haben, sind meine Fotos längst im Kasten. Gestellte Aufnahmen sind eh nicht mein Ding.
Das setzt natürlich voraus, dass ich ausschließlich lichtstarke Objektive einsetze. Und da ist Fuji einfach Spitze. Zumal die ersten Objektive ( XF 35mm f/1.4 R; XF 60mm f/2.4 R macro ) auch preislich noch ein Schnäppchen waren, was inzwischen leider etwas anders ist. Mein einsamer Favorit ist das XF 56mm f/1.2 R. Bei Offenblende ist es zwar nicht immer einfach den Fokus exakt zu setzen. (gerade wenn sich die Personen bewegen) Aber selbst mit Blende 2 kann man aber immer noch wunderschön freistellen. Und die Aufnahmen sind „knackscharf“. Für meine Selfkant-online Tätigkeit komme ich in der Regel mit 2 Festbrennweiten aus.  Bei Panoramaaufnahmen sind die beiden Adaptern von pt4pano für die X100 und XT1 unentbehrlich.

Bildquelle: pt4pano.com

Der Minirotor wird auf ein Stativ geschraubt. Die integrierte Libelle , die immer einsehbar ist, erlaubt ein schnelles Ausrichten des Kits. Der Nodalpunktadapter hat eine Bohrung mit Schraube, mit der die Kamera angebracht werden kann. Das Set für die XT1 hat 3 Bohrungen, für die Objektive mit 14, 23 und 35mm Brennweite. Mit diesem Set bin ich in „Sekundenschnelle“ einsatzbereit, es ist sehr leicht und dennoch sehr stabil. Eine klare Empfehlung meinerseits!

 

„Die Tatsache, dass eine technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht“

– Andreas Feininger –