Erste Erfahrungen mit dem Unistellar Odyssey

Nachdem ich das Odyssey mit dem Handy endlich bedienen konnte, waren die Bedingungen für Aufnahmen erst am 9.9.26. gegeben. Das Objekt meiner Begierde war die Andromedagalaxie, unsere große galaktische Nachbarin.

Die nächste Enttäuschung war das automatisch generierte PNG Bild – Überbelichtet und so hatte ich die Aufnahme nicht erwartet. 

Was sind die Ursachen?

Enges Sichtfeld: Sehr große Himmelsobjekte (wie die Andromeda-Galaxie) passen aufgrund der Brennweite und des Sensorformats nicht vollständig in das feste Sichtfeld des Odyssey. Man sieht nur das Zentrum.

Die befragte KI sagt zur Bildverarbeitung des Odyssey: „da die Bildverarbeitung stark automatisiert ist, stößt es bei professionellen Ansprüchen an seine Grenzen. Die Bilder sind perfekt für Social Media oder den privaten Gebrauch, gewinnen aber selten Profi-Fotopreise.“

Damit habe ich mich nicht zufrieden gegeben. Unistellar speichert zu jeder Session FITS und TIFF Dateien. 

TIFF kenne ich, was ist das FITS Datei Format?

Eine FITS-Datei speichert nicht nur reine Pixelinformationen (wie ein normales JPG), sondern kann auch Rohdaten, Spektren, numerische Tabellen und ganze Bildersequenzen (Image Stacks) enthalten. : Sie unterstützt hochpräzise mathematische Datenformate (meist 16-Bit oder 32-Bit Gleitkommazahlen), wodurch feine Helligkeitsunterschiede im Weltraum erhalten bleiben. Jede FITS-Datei besitzt einen sogenannten Header (Kopfbereich) im Textformat. Dort stehen alle Metadaten drin – zum Beispiel das Aufnahmezeitdatum, die Belichtungszeit, die verwendete Kamera, die Temperatur des Sensors und Koordinaten des Himmelsausschnitts.

Fehlte nur noch ein Program zur Aufbereitung. Für den Mac bot sich SIRIL an. Jedoch fehlt es mir an Wissen um mit dem Programm umzugehen. So fiel meine Wahl auf Astro Pixel Processor (APP).

Hier laufen die Entwicklungsvorgänge weitgehend automatisch ab. Voraussetzung: vollständige FITS Dateien. Die KI sagt: Hier hat Unistellar Probleme. 

Ein Test mit einem Verifier zeigt jedoch https://science.data.nasa.gov/fits/verifier – alles Perfekt keine Probleme. Traue keiner KI – Kontrolle ist besser!

Das Stecken der über 650 Bilder dauert etwas. Das Ergebnis war gelbstichig. Warum? Die automatische Aufnahme wurde wegen Wolken abgebrochen. Das heißt, die letzten Aufnahmen waren gestört. Ohne die letzten 15 Minuten zur berücksichtigen, war das Ergebnis deutlich besser. Kein Farbstich. Und Bilder der ca. 21 Minuten reichen bei der Lichtstärke des Teleskops vollkommen. 

Allerdings ist es mir nicht gelungen, die Farben mittels APP korrekt darzustellen. Es war und ist ein weisses Bild, trotzt Optimierung in APP.  Dass die Farbinformationen im erzeugten TIFF Bild vorhanden sind, zeigt die Bearbeitung in Capture One. In Anlehnung an das PNG Bild vom Odyssey habe ich die Farben angepasst. Die Überbelichtung ist verschwunden, nicht das Problem des Bildausschnittes. Bleibt die Frage, wie sieht der Galaxieausschnitt wirklich aus?

Jetzt heisst es warten auf den nächsten wolkenlosen Nachthimmel und ein anderes, kleineres Ziel aussuchen. Was ich auch machen werden, ist eine Kalibrierung des Teleskops vor den Aufnahmen. Geht vollautomatisch und braucht nur wenige Augenblicke.