Turmfalken an der Breberener Mühle

Der Turmfalke zählt neben dem Mäusebussard zu den häufigsten Greifvögeln in Deutschland. Jeder hat wohl diese Vögel schon gesehen, wenn sie rüttelnd in der Luft nach Beute spähen. Früher nisteten sie oft in alten Baumhöhlen, heute nehmen sie gern die Unterstützung der Menschen an und brüten in Kirchtürmen oder anderen Gebäuden. So wurde vom Nabu Selfkant zusammen mit dem Mühlenverein ein Projekt generiert, das die Installation einer speziellen Greifvogelnisthilfe im Rumpf der Breberener Mühle zum Ergebnis hatte. Das Nest ist mit einer Webcam ausgestattet, so dass sich das Brutgeschäft Live verfolgen lässt. Für mich als Fotografen eine prima Gelegenheit zu sehen, wann die Jungen geschlüpft sind, denn dann beginnt ein reges Treiben an der Mühle. Beide Altvögel haben „alle Hände voll“ zu tun um die Jungen mit Nahrung zu versorgen. Bereits im letzen Jahr habe ich dort interessante Aufnahmen machen können. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen die ganze Zeit nach dem Schlüpfen bis zum Flügge werden zu dokumentieren.

An dem Wochenende nach Pfingsten war es endlich soweit. Der erste Fototermin stand an. Im letzten Jahr waren die Abendstunden mit den besten Erfolgschancen verbunden. Pro Stunde konnten ein bis zwei Anflüge mit Beute registriert werden. In diesem Jahr war der Anfang eher sehr zäh. Ich vermute, dass die Flugaktivitäten zu Beginn auch deshalb nur eingeschränkt waren, da die sehr jungen Falken noch nicht so einen grossen Nahrungsbedarf haben.

Am 12. Juni hatte sich dann in den Nachmittagsstunden die Geduld ausgezahlt. Im 20 Minutentakt flogen die Altvögel bei bewölkten Himmel das Nest mit Futter an und es gelangen ein paar schöne Schnappschüsse, wo die Ankunft im Nest und die Übergabe der Mäuse in die offen stehenden Mäuler der Jungen im Bild festgehalten werden konnte. Es ist fast unglaublich, dass so ein kleiner Jungfalke eine Maus im Ganzen runter schlingt. Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis solche Tierszenen zu sehen. Mit bloßem Auge kann man das aus der Entfernung nicht registrieren.

Wann ist die beste Beobachtungszeit? Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten. Einen festen Flugplan haben die Turmfalken nicht. Früh, mittags oder abends – Erfolge und Misserfolge verteilen sich gleich. Da am frühen Morgen das beste Licht ist, ist das sicher eine gute Zeit, zumal die Altvögel dann oft noch in der Nähe waren. Abends zwischen 18:30 und 20:30 Uhr sind Lichtverhältnisse wieder besser, das ist die zweite Empfehlung. Das ist auch die beste Zeit zur Beobachtung (ohne zu fotografieren) der Falken, wenn Sie nicht unbedingt früh aus den Federn kommen. Zwischen 14:30 und 16:30 Uhr konnte auch Interessantes beobachtet werden, allerdings lässt die Bildqualität (alles liegt im Schatten) sehr zu wünschen übrig. Und in der prallen Sonne kann es sehr warm werden.

Die jungen Falken sollten auf jeden Fall schon etwas grösser sein, dann schauen sie über die Brüstung und reißen die Schnäbel auf, sobald sie ihre Eltern erblicken. In diesem Moment heißt es auslösen und „Dauerfeuer“. Daheim am Computer kann man dann sehen, welche Momente eingefangen wurden. Planbar ist die ganze Angelegenheit nicht. Ihr Nest halten die Jungen sauber, indem sie ihre Verdauungsreste im hohen Bogen nach außen entsorgen. (Das Nest ist genau über dem Eingang zur Mühle) Das wollte ich natürlich auch im Bild festhalten. Mit etwas Übung lässt sich dieser Moment recht gut abschätzen. Langsam erhebt sich das Hinterteil über die Brüstung und dann…

Das Fotografieren oder Beobachten der Falken ist sehr zeitaufwändig. Hinkommen und schöne Fotos machen ist nicht drin oder so wie ein Volltreffer im Lotto zu betrachten. Aber es macht viel Spaß und mit der Zeit bekommt man ein Gefühl wenn sich etwas tut.

In den Pausen, wenn die Falken nicht da sind, lassen sich an der Mühle Dohlen beobachten. Sie ziehen zur gleichen Zeit ihre Jungen groß. Mit viel Geschick fliegen sie in die kleinsten Spalte um an ihre Nester zu kommen. Die Falken sind an den Menschen gewöhnt und lassen sich von uns nicht stören, zumal sich das Nest in ausreichender Höhe befindet.

Alle Bilder in der Zeit vom 30.5.2021 bis heute finden Sie in meinem Flickraccount. Die mehr als 200 Bilder sind nach dem Aufnahmedatum geordnet und mit Kommentaren versehen.

Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Falkensaison. Je mehr Zeit man mit dem Beobachten und Fotografieren der Vögel verbringt, desto mehr interessante und spannende Momente wird man erleben. Mit Geduld, Geduld und nochmals Geduld sowie einer Menge Glück gelingt dann das „besondere Bild“ !

Kalkmoerasgebiet

Unmittelbar am NSG in Schalbruch wurde in den Niederlanden eine große künstliche Wasserfläche angelegt. Umgeben von den Wiesen, Schilfgürteln und breiten Uferzonen wurde wieder ein Lebensraum geschaffen, den die Menschen in der Vergangenheit mit der Entwässerung zerstört haben.

„Feuchtgebiete sind von großer ökologischer Bedeutung, da sie für Wasser- und Watvögel als Rast- und Überwinterungsplatz dienen. Feuchtgebiete bedecken rund sechs Prozent der Erdoberfläche und erbringen 24 Prozent der Nettoprimärproduktion – sie sind also hochproduktive Ökosysteme. “ / https://de.wikipedia.org/wiki/Feuchtgebiet /

Im Winter konnte ich schon zahlreiche Wintergäste fotografieren, jetzt sind es viele Watvögel, die dieses Angebot angenommen haben.

Das Feuchtareal ist durch einen Zaun gut geschützt, so dass Aufnahmen nur aus großer Entfernung möglich sind.

Die Bilder erscheinen mit in dem Album Eiländchen und Hohbruch

Bisher konnte ich diese Vögel, deren Lebensraum Freuchtgebiete sind, im Bild festhalten: Kiebitz, Flussregenpfeifer, Bekassine, Uferschnepfe, Waldwasserläufer, Brandgans, dunkle Wasserläufer, Krick- und Löffelente, Ufer- und Rauchschwalben, Kampfläufer und Schafsstelze.

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25.4. Seit einer Woche jagen zahlreiche Uferschwalben über dem Wasser. Heute konnte ich auch Rauchschwalben zwischen den Uferschwalben entdecken. Nicht weit von dem Feuchtgebiet gibt es in einer Kiesgrube zahlreiche Bruthöhlen der Uferschwalben.

Nisthöhlen der Uferschwalben

2.5.2021 Heute kam ein neuer seltener Gast dazu, der Regenbrachvogel. Er kann bei uns nur auf dem Durchzug beobachtet werden. Ein Kampfläufermännchen präsentierte sich mit seinem Harem. Die Flussregenpfeifer kämpfen um die Weibchen.

17.7.2021 Eine unerwartete Begegnung

Rehe

17.7.2021 Brandgänse

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31.7.2021 Kurz nach Sonnenaufgang landeten 3 Schwarzstörche in der Nähe des Schilfgürtels. Leider waren die Lichtverhältnisse für ein Foto zu schlecht. Das schwarze Gefieder vor dem dunklen Hintergrund bei bewölktem Himmel war für den AF der XH1 ein unlösbares Problem. Und dann zogen sie auch sofort weiter. Schade.

14.8.2021 Der Flussuferläufer fliegt im Herbst zurück in sein Winterquartier. Bereits heute konnte ich die ersten vier Exemplare beobachten. Sie waren zu weit weg für eine qualitativ gute Aufnahme, bleibt lediglich ein Belegfoto.

Flussuferläufer

Der weiße Keil zwischen Flügelansatz und Brust ist typisch für den Flussuferläufer. Hektisch lief er im Uferbereich nach Nahrung suchend hin und her.

15.8.2021 Bruchwasserläufer im Kalkmoerasgebiet. Jedoch auch heute war der Vogel zu weit entfernt um ein Foto zu machen. Mit Hilfe eines niederländischen Naturfreundes konnte ich ihn identifizieren.

Der Rehbock erscheint inzwischen regelmäßig am Ufer.

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Vogelsteckbriefe

Flussuferläufer

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kleine, kurzhalsige und kurzbeinige Limikole
ca. 20 cm lang
mittellanger Schnabel
weißer Augenring
dunkler Augenstreif
Beine graugrün bis gelblich
weißer Keil zwischen Brust und Flügel

ähnlich: Bruch- und Waldwasserläufer

Rehe im zeitigen Frühjahr

Im Süsterseeler Wald ließen sich in den letzten Jahren immer Rehe beobachten. In den frühen Morgenstunden ästen Sie am östlichen Waldrand in Richtung Hastenrath. Ich vermute die derzeitigen Waldarbeiten haben die Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung vertrieben. Zumindest sind sie früh nicht an ihren gewohnten Plätzen zu finden. Dagegen zeigt sich regelmäßig eine Gruppe von vier Tieren auf den Feldern zwischen der ehemaligen Transitstrasse und Hastenrath. Früh äsen sie in unmittelbarer Nähe der Strasse an einem kleinen Waldstück. Von der Straße aus sind sie sehr gut zu sehen. Die ständige Geräuschkulisse vorbeifahrenden Autos und ein paar Sträucher sollte ausreichend Deckung bieten. Das dachte ich zumindest am Sonntag, 28.3.2021 kurz nach Sonnenaufgang. Nachdem ich mich in der Böschung in einer Vertiefung positioniert hatte und das Objektiv ausgerichtet hatte, verschwanden sie urplötzlich von der Bildfläche. Dass sie mich gesehen habe, schließe ich aus. Eventuell war es der Wind der meinen Duft zu ihnen getragen hat oder das knacken brechender Äste beim Aufbau des Stativs. Ich weiß es nicht. Zumindest flüchteten sie auf die große Feldfläche zwischen Transitstrasse und Hastenrath. Hier gibt es keine Deckung, Also Null Chancen an die Tiere heran zu kommen. Nach einer Tour durch das Gangelter Bruch war ich neugierig, wo die Rehe jetzt stehen. Sie ästen gegen 10:30 Uhr mitten auf der riesigen Feldfläche. Kurzentschlossen näherte ich mich im Auto den Rehen und hielt mit ausreichend Abstand. Ein sehr starker böiger Wind trieb Gerüche und Geräusche an den Rehen vorbei, so dass ich sie eine Weile ungestört, hinter dem Auto versteckt, mit 800mm Brennweite fotografieren konnte. Es handelt sich um einen älteren Bock, der gerade seinen Bast verlor, einen jungen Bock und zwei weibliche Tiere. 

Die Bilder sind im Flicktalbum Selfkant zu sehen.

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